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Tom Schreck
In den Seilen. Ein Hunde-Krimi
Erste deutsche Ausgabe
Aus dem Amerikanischen
von Kerstin Winter
Oktober 2010
317 Seiten, Flexcover, € 16,90
ISBN 978-3-86671-083-2
Preis: 16,90 EUR
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»Frisch, spannend und witzig.« Publishers Weekly
Harte, kantige Kerle gibt es genug. Hier kommt ein neuer Anti-Held: Duffy Dombrowski. Völlig überraschend wird er Besitzer eines Basset Hound – und Al zum Protagonisten im Debütroman des New Yorker Autors Tom Schreck.
Duffy Dombrowski ist keine der üblichen Krimispürnasen. Er ist:
Sozialarbeiter (kein schlechter, wenn seine Chefin ihn nur machen ließe),
Profiboxer (kein guter, aber sagen Sie’s ihm bloß nicht) und
Besitzer eines schwergewichtigen Bassets (noch nicht lange genug, um zu wissen, wie man sich als Rudelchef verhält).
Als Duffys Schützling Walanda ermordet wird, nachdem ihre Stieftochter entführt worden war, scheint niemand etwas unternehmen zu wollen. Nur Duffy fühlt sich der Toten verpflichtet und geht auf die Suche. Dabei stößt er auf einen Internet-Pornoring und deckt eine terroristische Verschwörung auf.
Mit seinem ganz eigenen Humor stellt Tom Schreck einen schlagfesten Anti-Helden vor. Einen Mann, der viel einsteckt, bevor er buchstäblich zurückschlägt. Denn beide, Held und Autor, kennen die Gesetze der Straße und sind Insider in der Welt des Boxens. Und beide, Autor und Held, haben ihren zwar trägen, aber verlässlichen Freund: Basset Hound Al, der zwar noch nicht boxen kann, aber schon mal auf andere Weise helfend eingreift, wenn es gefährlich wird.
»Warmherzig, knallhart, witzig, eine vielversprechendes Debüt.« Kirkus Review
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| (Foto: Istock) |
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Begegnungen mit Al, dem Basset
Mein Anblick regte ihn deutlich auf. Er begann mit tiefer Stimme zu bellen und stürzte auf mich zu, um mich an der Tür zu begrüßen. Als er noch ungefähr einen Meter von mir entfernt war, nahm die Aufregung überhand, und er schwang sich mit flatternden Ohren in die Lüfte. Ich beobachtete staunend, wie der übergewichtige Köter abhob und sich in ein schwarz-braun-weißes, fellbezogenes Projektil verwandelte.
Mein Erstaunen verwandelte sich rasch in Entsetzen, als Als Vorderpfoten – die übrigens aussahen, als hatte er sie gebraucht von einem Mastiff erstanden – ungebremst auf meine Familienplanung trafen. Meine Knie knickten ein, der Kaffee ergoss sich über Gesicht und Brust und ich plumpste rückwärts auf meinen Hintern und stieß mit dem Schädel gegen die Tür. Als ich mich vorbeugen wollte, um meine lädierten Eier zu trösten, verpasst mir Al, der bereits meinen Restkörper betreten hatte, um mir das Gesicht zu lecken, eine Kopfnuss, die sich gewaschen hatte.
Ah ... schön, zu Hause zu sein.
Ich sah aus dem Augenwinkel, wie Singhs Beine nachgaben und er, die Hände aufs Gesicht gepresst, zu Boden ging. Al war so froh, mich zu sehen, dass er erneut abhob und den Rest der Strecke mit flappenden Ohren und wedelndem Steuerruder auf mich zuflog. Seine Vorderpfoten rammten meine Kronjuwelen härter denn je, und das Handy prallte im Gras ab.
Ich war hintenüber gekippt und genoss den Schmerz, als Al über meinen Körper trampelte um mir begeistert das Gesicht abzuschlabbern. Ein tolles Gefühl.
„Assalaamu alaikum, mein Bruder“, sagte ich zu dem besten Freund, den ein Mensch nur haben konnte.
Al bellte zurück.
TOM SCHRECK
hatte bereits etliche anspruchsvolle und nicht ganz ungefährliche Jobs im echten Leben: Nach dem Psychologiestudium war er unter anderem Sozialarbeiter, Leiter einer New Yorker Drogenklinik und Amateur-Boxer. Heute leitet er eine Sozialeinrichtung und richtet Titelkämpfe im Schwergewicht im Madison Square Garden, New York. (Foto: Privat)
Ein eiskaltes Schlitz
Ich legte Al an seine neue Leine, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu AJ’s.
AJ’s ist eine Bar auf der West Side, mitten im Industriegebiet der Stadt. Während der Prohibition konnte man dort Schnaps bekommen, und ich glaube, ungefähr zu dieser Zeit hatte man auch zum letzten Mal in den Laden investiert. Die Bar, in der dritten Generation in Familienhand und nun geführt von Andrew Jursczak III, stank nach schalem Bier, Qualm und ungewaschenen Gästen.
Kelley war, wenn er nicht im Dienst war, oft dort anzutreffen. Wie ich.
AJ’s war eine miese Absteige, und genau deswegen mochte ich sie.
AJ öffnete eine Flasche Schlitz und schob sie mir kommentarlos hin. AJ führte das Bier in
seinem Laden nur für mich.
»Hey, Duff. Wie steht’s?«, fragte Kelley.
»Ach, du weißt doch«, gab ich zurück. »Wie’s halt so steht, wenn man jeden Tag Leben rettet.«
»Gott segne dich, Mann.«
»Heute wird's wehtun ...«
»Heute wird’s wehtun, Mick Polack, Nigger-Freund.«
Ich blickte stur geradeaus und trat nur leicht von einem Fuß auf den anderen, um locker zu bleiben. Als der Ringrichter uns zu sich rief, blickte ich durch Suggs durch. Er sagte irgendeinen Schwachsinn, aber ich hörte nicht hin. Ich sah durch seine Augen. Ich konnte es
schmecken.
Die Glocke erklang, und ich kam in meiner Rechtsauslage raus.
Die Bewegungen des Richters verrieten mir, dass er unerfahren war, und ich erkannte sofort, dass er sich leicht abdrängen lassen würde.
Suggs feuerte einen Haken ab, den ich teils abwehrte, teils mit der Kopfseite abfing. Der Kerl hatte wirklich Kraft, und der Schlag ließ mich taumeln.
Ich bewegte mich nach rechts und sorgte dafür, dass der Ringrichter hinter meiner linken Schulter war. Ich täuschte einen Schritt nach vorne an, um Suggs auf die Fersen zu zwingen und brachte meine Rechte so hart vor, wie ich konnte. Der Jab ist der Angriff, den ich am
besten kann, aber an diesem Abend gab ich mir noch einmal besondere Mühe. In dem Sekundenbruchteil, bevor meine Faust in Suggs Gesicht landete, drehte ich meine Rechte gegen Uhrzeigersinn und streckte den Daumen so weit ich konnte heraus. Er landete direkt
in Suggs Auge, und ich spürte, wie der Augapfel leicht nachgab und gegen die knochige Höhlenwand prallte.
Es war perfekt.Suggs schnappte nach Luft und griff sich unwillkürlich ans Auge, sodass er vorübergehend blind war, und ich nutzte die Chance, um ihm einen gemeinen Hieb in die linke Seite zu rammen. Er ließ seine Deckung sinken, wie ich es mir erhofft hatte, und blitzschnell trat ich näher, verpasste ihm einen Uppercut, verfehlte aber absichtlich sein Kinn und rammte ihm stattdessen meinen Ellenbogen unter die Rübe.
Als mein Arm auf seinen Kiefer traf, hörte ich ein unangenehmes Knacksen. Suggs’ Knie knickten ein, und er plumpste in die Seile. Und während er dort so hing und verzweifelt versuchte, nicht das Bewusstsein zu verlieren, rief ich ihm einen Gruß zu.
»Hey, Arschloch – na zdrowie und top of the mornin’ to you.«
Da er ja offensichtlich Freude an meinem kulturellen Erbe gehabt hatte, wünschte ich ihm eine gute Gesundheit auf Polnisch und viel Glück auf die irische Art.
Und dann spuckte ich ihn an.
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Al überrascht seine Lieben
Trina hielt sich mit einer Hand an mir fest und zerrte mit der anderen ihr T-Shirt aus den Jeans. Sie hatte es eilig, und ungeduldig schob sie meine Hände unter ihr T-Shirt. Ihre Haut war warm und glatt, und sie war schlank und gerade so muskulös, wie eine Frau sein sollte.
Trina packte mein T-Shirt im Rücken und zog es mir über den Kopf, und gleichzeitig ließen wir uns von der Couch rutschen. Sie zog ihr eigenes T-Shirt aus und machte sich den BH auf. Beide waren wir jetzt von der Taille aufwärts nackt, und sie schwang sich herum, sodass sie auf mir saß.
Trina richtete sich auf. Sie war bei mir – sehr, sehr bei mir –, aber gleichzeitig auch in einer ganz eigenen Welt und auf sich selbst konzentriert. Sie rutschte von mir herunter, knöpfte meine Jeans auf und zog sie und meine Unterwäsche mit einem kräftigen Ruck herab. Dann stellte sie sich hin, zog die Reißverschlüsse ihrer Stiefel auf und schüttelte sie von den Füßen – die Frau verfolgte ein Ziel. Ihre etwas zu engen Jeans streifte sie mit netten kleinen Hüftbewegungen ab, und als sie damit fertig war, kletterte sie mit einem Laut, der halb Seufzen, halb Wimmern war, wieder auf mich drauf. Sie nahm ihr Haar mit beiden Händen zurück, legte den Kopf schief und konzentrierte sich auf die Bewegung. Bald hatte sie ihren Rhythmus gefunden und blieb dabei.
Mit ihrem Atem beschleunigte sich auch ihr Tempo, ihre Bewegungen wurden schneller, heftiger. Ich hatte mich in meine eigene Welt zurückgezogen und lebte vollständig im Augenblick, als Trina aufschrie.
»Aaah! Was ist das denn?«
Sie sprang so abrupt von mir, hastig setzte ich mich auf und sah Al, wie er die weiße Haut von Trinas Hinterteil abschlabberte.
»Hör auf! Lass das sein, hab ich gesagt!« Trina schob Als Schnauze aus der Gefahrenzone, und Al sah mich verwirrt an.
»Komm schon, Al, lass es«, sagte ich.
»Sorg dafür, dass er mich in Ruhe lässt«, fauchte Trina.
Im Nullkommanichts waren wir aus einer Welt intensiver Empfindungen in eine intensiver Peinlichkeit geplumpst.
»Die edition tieger glänzt mit Raritäten«
WZ Düsseldorfer Nachrichten